Prophetie und Israel

Gottes Plan mit Israel

Israel sei aufgrund der Kreuzigung des Messias endgültig von Gott verworfen und durch die Kirche ersetzt worden, lehrt die katholische Kirche seit der Zeit der Kirchenväter. Diese als „Replacement-Theologie“ bekannte Lehre war die Denkgrundlage der meisten Christen auch nach der Reformation. Deshalb wurden die Pläne Gottes für Israel und für die Gemeinde nicht mehr unterschieden. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann der Prozess des Umdenkens – ausgelöst durch das Buch des Jesuiten Manuel de Lacunza: "Das Kommen des Messias in Macht und Herrlichkeit". Er zeigte, dass der Messias vor dem Beginn des tausendjährigen Reiches in Macht und Herrlichkeit wiederkommen müsse und dass Israel eine von der Gemeinde unabhängige heilsgeschichtliche Zukunft habe. Der Prozess des Umdenkens ist auch heute noch nicht abgeschlossen. In dem vorliegenden Artikel werden Gottes Pläne mit seinem Volk dargestellt, um neu zum Nachdenken über die Prophetie anzuregen. Gottes Pläne mit Israel sind zum Teil schon erfüllt worden. Anderes wird in Zukunft – vielleicht schon bald – in Erfüllung gehen werden.

Hesekiels Vision von der Zukunft Israels

Hesekiel sieht in Kapitel 37 eine Ebene voller Totengebeine, die das ganze Haus Israel darstellen. Gott hat ihre Gräber geöffnet, die Gebeine herausgeholt und zu einem noch leblosen Leib zusammengesetzt. – Der Geist Gottes, der noch zum Leben fehlt, wird nach der biblischen Prophetie auf drei unterschiedliche Arten das göttliche Leben bewirken. In Kapitel 38 und 39 werden Angriffe gegen Israel beschrieben, die stattfinden, wenn das Volk nach Israel zurückgekehrt ist und in Sicherheit wohnt. Vor diesem Angriff muss also der Nah-Ost-Friedensvertrag abgeschlossen sein. Der Feind aus dem Norden wird in Israel vernichtend geschlagen und bestattet. Ca. sieben Jahre später erfolgt ein letzter Angriff, der durch das mächtige Eingreifen des Messias abgewehrt wird, der dann sein Friedensreich aufrichtet.

Die Zukunft des Tempels in Jerusalem

Der Tempel stand ursprünglich an dem Ort, wo heute zwischen dem Felsendom und der Al Aksa Moschee einige Bäume stehen. Wie könnte dieser Ort in naher Zukunft seine Rolle entfalten? Welche Hinweise gibt die biblische Prophetie auf den genauen Ablauf dieser Entfaltung? Die Geschichte des Zweiten Tempels hat erstaunliche Parallelen zur Prophetie des Dritten Tempels. Vor dem Kommen des Messias in Macht und Herrlichkeit wird der Dritte Tempel gebaut sein. Die politischen Vorbereitungen für den Bau laufen bereits.

Das Geheimnis der frohen Botschaft in den dunkelsten Tagen

Die Vollendung des Geheimnisses Gottes beim Erschallen der siebenten Posaune wird die Entrückung des männlichen Nachkommen der Frau in Off. 12 sein. Dieses Geheimnis Gottes wird durch die Entrückung der 144 000 Erstlinge aus Israel in der Mitte der letzten sieben Jahre Israels vor der Wiederkunft Christi erfüllt.

Die Entrückung der Gemeinde vor Gottes Zorngericht auf dieser Erde

Gott hat in seinem Wort Grundsätze für die Ausführung seiner direkten Gerichte auf dieser Erde offenbart. Dazu gehört zum einen, dass der Gerechte vor Beginn des Gerichts in Sicherheit sein muss. Zu anderen zeigt Gott seine Bereitschaft, einer sündigen Bevölkerung Gnade zu erweisen, selbst wenn nur ein kleiner Prozentsatz von Gerechten unter ihnen lebt. Nach diesen Grundsätzen ist es ausgeschlossen, dass die durch das Blut des Lammes Gottes gerechtfertigte Gemeinde durch das zukünftige Zorngericht Gottes gehen muss.

Grundzüge eines neuen Zeitschemas der Offenbarung

Die in evangelisch freikirchlichen Kreisen üblichen Zeitschemata der Offenbarung widersprechen sich zum Teil. Deshalb wird nach einem Vorschlag von David Gooding ein neues Zeitschema der Offenbarung konstruiert ausgehend von der Wiederkunft des Herrn Jesus Christus in Off.19, die nach dem Ende der 70. Jahrwoche Israels erfolgt (Dan.7, 25-26 & 12,12). Dieser Zeitpunkt ist im Alten Testament und in der Offenbarung eindeutig bestimmt und wird aus Ausgangspunkt für die Konstruktion des neuen Zeitschemas verwendet. Die in der Offenbarung angegebenen Zeitdauern für das 1. bis 3. Wehe ermöglichen die Zuordnung der Ereignisse in der Offenbarung zu der letzten Jahrwoche Israels vor der Wiederkunft des Messias.